Anti-israelische Hass-Demos in Deutschland Redner droht OB: Jeder 3. Schüler ist schon von uns!

Seit Tagen kommt es in ganz Deutschland bei Palästina-Demos zu Hass und Gewaltausbrüchen. Für Samstag waren deutschlandweit erneut zahlreiche Demos angekündigt. So auch in Düsseldorf, wo sich 7000 Menschen versammelt haben
Foto: BILD

Von: M. Engelberg, J. Mahnke, J. Mell, C. Perrevoort, I. Pfannkuche, Th. Röthemeier, F. Schneider, M. Zitzow

22.10.2023 - 08:04 Uhr

In den Großstädten hatten sich für Samstag erneut Pro-Palästina Demonstrationen angekündigt. Die Sicherheitskräfte waren in Alarmbereitschaft, weil es in den letzten Tagen immer wieder zu Gewaltausbrüchen und antisemitischen Parolen kam.

Am Düsseldorfer Hauptbahnhof haben sich um 14 Uhr rund 7000 Menschen zusammengefunden, die über die Königsallee Richtung Landtag marschieren wollten. Die Polizei war mit Hundertschaften und Verstärkung aus Bayern vor Ort.

Polizisten aus Bayern verstärken die Einsatzkräfte in Düsseldorf
Foto: BILD

Unglaublich: Einer der Redner drohte offen dem CDU-Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (53). Er solle seinen Kurs ändern, sonst kämen die Demonstranten jeden Samstag - ihre Kinder würden bereits 30 Prozent der Schüler in Düsseldorf ausmachen. Gemeint waren offenbar Kinder muslimischer Eltern.

Bei Pro-#Palästina-Demo mit mittlerweile über 2000 Teilnehmern droht gerade ein Redner CDU-Oberbürgermeister Keller, er solle seinen Kurs ändern, sonst kämen sie jeden Samstag, ihre Kinder wären bereits 30% der Schüler in #Düsseldorf #Israel #Hamas #Israel_under_attack pic.twitter.com/ZSoODieh5E
- Frank Schneider (@chefreporterNRW) October 21, 2023

Und: Es kam auch zu antisemitischen Vorfällen! Auf einem Hass-Schild stand: "Israel begeht Genozid." Das Plakat wurde schnell weggeschmissen.

Das Hass-Plakat wurde von zwei Frauen gehalten. Sie zitieren einen 95-jährigen israelischen Veteranen, der diese Worte kurz nach dem barbarischen Massaker der Hamas gesagt hatte. Tatsächlich gab es nie einen Völkermord an den Palästinensern.
Foto:

Die Rednerin trägt Lederjacke und Israel-Hass auf dem T-Shirt
Foto: Die Polizei prüft, ob auf der Demo Straftaten begangen wurden.

Andere Teilnehmer skandierten "Deutschland finanziert, Israel bombardiert". Eine Frau in Lederjacke brüllte ins Mikrofon: "Massenmörder Israel! Frauenmörder Israel! Kindermörder Israel!" Auf ihrem T-Shirt war der Umriss des Staates Israel sowie der Palästinenser-Gebiete zu sehen - das ganze Gebiet trug aber die palästinensischen Farben. Ein klares Zeichen dafür, dass sie den Staat Israel auslöschen und von der Landkarte tilgen will.

Auf der Königsallee in #Düsseldorf wird jetzt aus der Anti-Israel-Demo lautstark skandiert: "Massenmörder #Israel. Frauenmörder Israel." Passanten sind entsetzt, #Polizei prüft gerade, ob Straftat. #hamas #Israel_under_attack #antisemitismus pic.twitter.com/HwEg1Qud0o
- Frank Schneider (@chefreporterNRW) October 21, 2023

In Köln demonstrierten am Heumarkt sowohl pro-palästinensische (ca. 250 Personen) als auch pro-israelische (ca. 20 Personen) Gruppen. Sie standen 300 Meter voneinander entfernt, in Sicht- und Hörweite.

Friedlich demonstrieren Menschen für Israel
Foto: Patric Fouad

Polizisten kassieren das antisemitische Plakat der Israel-Hasserin ein
Foto: Patric Fouad

Schon vor Beginn der Demonstration musste die Polizei einschreiten. Grund: Eine Frau auf der Pro-Pästina-Veranstaltug trug ein Plakat mit der Aufschrift: "Der Holocaust passiert erneut und die Welt schaut zu". Klare Holocaust-Verharmlosung!

Auf der Rückseite stand "Wenn du für Israel bist, unterstützt du den Völkermord". Die Polizei sprach die Frau an, nahm sie zur Seite und kassierte das Plakat ein. Es bestehe laut Polizei Köln der Anfangsverdacht der Verharmlosung des Holocausts.

Am Kölner Heumarkt wird eine Erklärung verlesen
Foto: Patric Fouad

Mehrere dutzend Demonstranten sind in Hamburg trotz Verbots zusammengekommen
Foto: Marco Zitzow

Nahe des Hamburger Hauptbahnhofs hatten sich trotz eines Demonstrationsverbotes rund 230 Protestler zu einer pro-palästinensischen Kundgebung an Steindamm/Ecke Stralsunderstraße zusammengefunden.

Die Menge rief: "Viva Palästina" und hielt unter anderem ein Plakat mit der Aufschrift "Israel tötet Kinder" in die Höhe.

Die Polizei macht die Menge darauf aufmerksam, dass die Demo in Hamburg verboten wurde
Foto: Marco Zitzow

Nachdem die Polizei mehrmals die Teilnehmer aufgefordert hatte, die illegale Kundgebung zu beenden, wurde die Veranstaltung aufgelöst. Die Teilnehmer verteilten sich auf die angrenzenden Straßen.

Neben Lautsprecherdurchsagen informierte auch eine digitale Anzeige der Polizei über das Demonstrationsverbot. Auf dem Display war zu lesen: "Ihre Versammlung wurde verboten." Die Polizei ist mit einem Großaufgebot, Wasserwerfern und Räumfahrzeugen vor Ort.

Ursprünglich wollten am Samstag am Steindamm im Hamburger Stadtteil St. Georg 1500 Teilnehmer demonstrieren, doch die Großdemo wurde zunächst vom Verwaltungsgericht und am Samstag auch noch vom Oberverwaltungsgericht verboten. Trotz des Verbots zeigte die Polizei in St. Georg am Samstagnachmittag verstärkt Präsenz, um das Verbot durchzusetzen.

In Frankfurt kamen mehrere hundert Menschen an der Alten Oper zusammen. Zuvor hatte die Stadt die Demo verboten - ein Gericht kassierte die Entscheidung aber ein.

An der Alten Oper demonstrieren hunderte Menschen
Foto: Jürgen Mahnke

In Berlin versammelten sich am Oranienplatz im Stadtteil Kreuzberg derzeit 5000 bis 6000 Menschen. Vom Kottbusser Tor zogen sie zum Hermannplatz, hielt zwischendurch zwei Kundgebungen ab. Die Polizei war unter anderem auch mit Dolmetschern vor Ort.

Am #Oranienplatz in #Kreuzberg versammeln sich Menschen nach einem Aufruf "gegen globale Unterdrückung", die über den #Kotti zum #Hermannplatz laufen & auf ihrer Strecke 2 Zwischenkundgebungen abhalten wollen. Wir sind mit Einsatzkräften & Dolmetschern vor Ort, um bei möglichen…
- Polizei Berlin Einsatz (@PolizeiBerlin_E) October 21, 2023

Die Einsatzkräfte verlasen zu Beginn auf Deutsch und auf Arabisch Versammlungsbeschränkungen vor. Dazu zählt unter anderem: die Vernichtung des Staates Israel oder seiner Bewohner zu propagieren oder auch Gewalttaten zu verherrlichen.

Zu Beginn der Versammlung werden regulär die erteilten Versammlungsbeschränkungen bekannt gegeben.

So ist es u.a. verboten,

Es blieb abzuwarten, ob die Polizei nach den Eskalationen der vergangenen Tage gegen Israel-Hasser durchgreifen würde. Gegen 18.30 Uhr wurde die Demo aufgelöst.

Am Abend kam es in Berlin zu einzelnen Ausschreitungen in Neukölln...
Foto: BILD

... es kam zu mehreren Festnahmen
Foto: Spreepicture

Unterdessen kam es in Berlin zu einer weiteren Demo vor dem Auswärtigen Amt. Hier kamen aber lediglich 15 Personen zusammen.

Die legitime Verteidigung Israels gegen Terroristen scheint dieses Trio zu ignorieren
Foto: Olaf Selchow

Am Opernplatz in Hannovers City fand seit 15 Uhr eine pro-palästinensische Kundgebung mit über 500 Teilnehmenden statt. Rund 300 Meter weiter traf sich die Deutsch-Israelische Gesellschaft mit 250 Teilnehmern. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Es kam zu keinen Auseinandersetzungen.

Die Stadt Braunschweig hatte eine für Samstag geplante Versammlung des Deutsch-Palästinensischen Vereins untersagt. Auch in Bremen wurde die Pro-Palästina-Versammlungen für abgesagt. Die Innenbehörde genehmigte - und die verlief mit 500 Teilnehmern friedlich.


Quelle: